Interkulturelle Mediation

Konflikte haben in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutung. Die konkreten Verhaltensweisen im Konfliktfall sind oft eine Interpretation der unterschiedlichen kulturellen Werte. Für den oberflächlichen bzw. außerhalb der jeweiligen Kultur stehenden Betrachter können diese unterschiedlichen Verhaltensweisen oder Handhabungen im Konfliktfall Ursache für die interkulturellen Konflikte sein.

Unterschiedliche Konfliktstrategien erkennen

So ist z.B. ein typisch westliches Verhalten, wenn es in der Zusammenarbeit knirscht, kompetitiv und kontrollierend zu agieren, während es in südländischen, beziehungsorientierten Kulturen eher integrativ und kompromissorientiert zugeht.

Der Konfliktstil bei der Mehrzahl der Deutschen ist eher offensiv und direkt, während in manchen anderen Ländern unter konstruktiver Konfliktlösung ein eher indirektes Verhalten verstanden wird. Meist wird ein deutscher Geschäftspartner von Geschäftsleuten aus beziehungsorientierten Ländern noch nicht einmal darauf hingewiesen, wenn er mit seiner direkten Art in ein Fettnäpfchen getappt ist, denn den Hinweis darauf verbietet die Etikette. So bleiben Konflikte oft unbemerkt und schwelen unter der Oberfläche.

 

.... und auf kulturelle Missverständnisse richtig reagieren

In der interkulturellen Mediation wird diesem unterschiedlichen Umgang mit Konflikten Berücksichtigung eingeräumt. Dabei ist es Aufgabe des Mediators, immer wieder zu prüfen, ob der Konflikt tatsächlich auf kulturellen Missverständnissen beruht oder ob es eher ein Konflikt zwischen den einzelnen Personen ist, der gar nicht oder nur zum Teil in der unterschiedlichen Kultur begründet ist.

Eine Lösung, die eine Gesichtswahrung auf allen Seiten beinhaltet, schließt also immer verschiedene Konfliktursachen mit ein und kann aufgrund des höheren Verständnisses, welches nach der Mediation auf beiden Seiten für die jeweils andere Sicht aufgebracht wird, langfristig die Zusammenarbeit oder das Zusammenleben deutlich verbessern.