Immobilienmediation

Was tun, wenn es Streit um eine Immobilie gibt?

Immobilien werden in den meisten Fällen einmal im Leben gekauft, und es wird damit oftmals der Lebenstraum schlechthin verwirklicht. Entsprechend groß ist die emotionale Bindung an dieses Objekt, und damit auch die Betroffenheit, wenn es Konflikte gibt.

Bei Konflikten um eine selbst bewohnte Immobilie bleibt der Ärger auch nicht draußen, wie das vielleicht bei Konflikten am Arbeitsplatz gelingt, die einen nicht unmittelbar berühren. Bei der Immobilie betrifft der Konflikt die eigene Privatsphäre, und lässt einen nicht mehr zur Ruhe finden. Egal ob es um Mängel am Bau geht, um Streitigkeiten mit den Nachbarn, um Auseinandersetzungen mit anderen Eigentümern einer Wohnungseigentümergemeinschaft, beim Verkauf der gemeinsamen Immobilie, immer ist der Konflikt gegenwärtig.

Neben den Möglichkeiten einer anwaltlichen Auseinandersetzung kommt zunehmend die außergerichtliche Form der Auseinandersetzung über eine Immobilienmediation ins Bewusstsein, ähnlich, wie das bei der Familienmediation,  z.B. bei Trennungen bekannt ist. Und tatsächlich gibt es einige Gemeinsamkeiten, was die Art der Auseinandersetzung betrifft, bzw. was die Wünsche angeht, die bezüglich der Lösung des Konfliktes formuliert werden:

Der Konflikt soll die eigenen Bedürfnisse erfüllen, ohne aber die Beziehung zu zerstören. Das ist bei jeder Auseinandersetzung im unmittelbaren Wohnumfeld wichtig. Ein „gewonnener“ Prozess bedeutet nicht, dass wieder Einigkeit herrscht, und man dem Konfliktpartner, der ein Nachbar, eine Miteigentümer, ein Verwandter sein kann, ohne Probleme wieder begegnen kann.

Der Konflikt soll fair geregelt werden. Die Entscheidung soll nicht durch einen Dritten gefällt werden, in welcher Weise zukünftig das Beparken der Zufahrt, die Reinigung der gemeinsamen Anlagen, die Gestaltung der Fassade, die Aufteilung des gemeinsamen Erbes erfolgen soll. Sondern die Betroffenen möchten selbst entscheiden.

Und schließlich sollte sehr zügig und nach Möglichkeit ohne großen unüberschaubaren finanziellen Aufwand eine Entscheidung gefunden werden.

Wie in § 1 des seit 2012 verabschiedeten Mediationsgesetzes formuliert, ist Mediation „ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“ Der Mediator vermittelt zwischen den Konfliktparteien. Er hilft, indem er eine Struktur für die Regelung des Konfliktes vorgibt, und für einen Rahmen sorgt, in dem die Konfliktparteien eigenverantwortlich und freiwillig zu einer Lösung finden. Der Mediator ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Mediation wird nur begonnen, wenn alle Konfliktpartner dies wünschen. Ein Ergebnis wird nur erzielt, wenn alle diesem zustimmen. Die Kosten werden pro Stunde vereinbart, und auch die Frage der Kostenteilung wird vor Beginn geklärt.